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Annalena

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1

Dienstag, 26. August 2008, 13:03

Transsphinktere Fistel, Analfissur...Heilung ohne OP?

Hallo Ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier, lese aber schon ein paar Tage mit und wollte gern mal Eure Meinung hören.

Ende Juli ging ich mit starken Schmerzen im After zu einem Enddarmspezialisten. Dieser wies mich mit dem Befund "Analabszeß" in die Uniklinik ein, da es aus meinem After eiterte. Eine Rektro-/Proktoskopie und ein MRT in der Uni ergaben folgenden Befund:

Akute Analfissur 6.00 Uhr SSL
Transsphinktere, blind endende Analfistel 6.00 Uhr SSL

Ein Abszeß konnte über das MRT nicht festgestellt werden, allerdings befindet sich hinter der Fistel im Gewebe eine Entzündung, die eitert. Der Eiter bzw. inzwischen Wundsekret läuft über die Fistel ab.

Die behandelnden Ärzte starteten einen Therapieversuch, nun muss ich mehrmals täglich ausduschen und 5x täglich eine Salbe (wird in der Apo angemischt), welche die Muskulatur entspannt, verwenden.

Ich bin nun wöchentlich in der Klinik zur Rektro-/Proktoskopie. Mit dem Heilungsprozeß der Fissur sind die Ärzte bisher zufrieden, auch die Entzündung hinter der Fistel hat sich verbessert. Meine Entzündungswerte lagen bei Einlieferung bei 99mg/dl und sind zwischenzeitlich wieder im Normbereich.

Allerdings können auch die Ärzte derzeit nicht sagen, ob die Fistel von selbst heilt. Wenn nicht, müsse die Fistel nämlich herausgeschnitten werden. Davor hab ich soooo Angst. Angst davor, dass mein Schließmuskel beschädigt wird oder sich sogar eine Inkontinenz ergibt. Ich kann kaum mehr schlafen, träume schon von misslungenen OP´s.

Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Fistel und kann mir was dazu berichten?

Ich habe hier gelesen, dass Remicade helfen kann, dass sich diese Fisteln wieder schließen. Ist dieses Medikament *nur* für CED-Patienten zugelassen? Die Ärzte erklärten mir zwar, dass solche Befunde bei Morbus Crohn häufig vorkommen, äußerten aber mir gegenüber bislang keinen Verdacht.

Ich wäre Euch sehr dankbar für Antworten, ich bin wirklich verzweifelt.

Annalena

Butterfly57

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2

Dienstag, 26. August 2008, 14:09

Hallo Annalena,

also ich kann dir leider nur von mir berichten. Habe drei Fistel/abzeß bzw. Fistelgänge die operativ durch eine Fadendrainage offen gehlaten werden, also bei zwie kommt kein Eiter mehr die Op´s waren Anfang bzw. Mitte 2007.

Zu den Op´s kann ich nur sagen, dass sie gut verlaufen sind, hatte zwar danach noch etwas schmerzen, aber die waren nix im Vergleich zu davor.

Musste zeimlich viele Medis nehmen, aber seit Oktober 2007 nehme ich nur noch AZa.
Mir geht es nun ziemlich gut, alles ist gut verheilt, die Fäden liege immer noch in den Fisteln, bin regelmäßig bei den Proktologen und meinem Gastro sie kontrollieren immer alles (Blut etc.). Wie lange die Fäden noch bleiben kann mir keiner sagen, aber habe mich damit abgefunden.

Man konnte die Fistel bei mir nicht rausschneiden, da sie zu nah am Schließmuskel liegen und ich sonst evtl. Inkontinent werden könnte.

Also denke das es bei jedem anders verläuft, drücke dir natürlich die Daumen bals Besserung hast, aber Kopf hoch du schaffst das.

Lg
Butterfly57 :daumenh:

Annalena

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3

Dienstag, 26. August 2008, 17:53

Hallo,

ganz lieben Dank für Deine Antwort.

Diese Fadendrainage-Verfahren werden aber nicht bei blind endenden Fisteln gemacht, oder?

Ich habe bei der letzten Untersuchung den Arzt gefragt, was genau gemacht wird, wenn die Fistel sich nicht von selbst schließen sollte. Daraufhin meinte er, dass diese dann herausgeschnitten und die Enden wieder miteinander verbunden werden müssten. Der Oberarzt sagte dann, dass es schon sehr viel besser wäre, wenn es ohne OP klappt. Leider habe ich das nach der Untersuchung gefragt und kann mich wegen der LMAA-Spritze nicht mehr an alles erinnern, was er sagte.

Inzwischen weiss ich aus dem Internet, dass transsphinktere Fisteln, wie ich sie habe, durch den inneren und äußeren Schließmuskel verlaufen. Nun hab ich natürlich totale Panik, falls es zur OP kommen muss. Die letzten Tage kam nur Secret aus der Fistel, vorhin allerdings wieder Eiter.

Ich kann schon an gar nichts anderes mehr denken, spiele zwar ständig mit meinen Kindern irgendwas, um mich abzulenken, aber das klappt nicht wirklich.

Ulrich46

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4

Dienstag, 26. August 2008, 21:37

Hallo Annalena

Also, ich wurde im letzten Jahr am Po operiert, weil ich da nicht ganz klar definierte Entzündungsherde hatte. Dabei wurde eine inkomplette Fistel gefunden und herausgeschnitten. Wo die genau durchlief, weis ich zwar nicht, aber es waren transsphinktere Muskelnähte nötig. Ob es sich nur um den äußeren Muskel oder auch um den inneren handelte, weis ich auch nicht so genau. Ich weis nur, dass ich kein Problem habe, meinen Stuhl zu halten.

Vllt. beruhigt dich meine Erfahrung etwas.
Ich wünsche dir alles Gute.
Tschüss und :wink: e :wink: e

Monja33

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5

Donnerstag, 28. August 2008, 10:19

Hallo!

Ich habe auch eine blind verlaufenede Fistel im Enddarmbereich, die aber keine Probleme macht. Sie entleert sich nur bei einem akuten Schub, also wenn sie mit entzündet ist. Das ist dann schon unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Ich merke sie halt, wenn ichhäufige Stuhlgänge habe, weil sie dann schmerzt. Eine Fisur hatte ich auch schon, die sehr viel mehr wehgetan hat, aber von selber abgeheilt ist.
Achja, meine Fistel wird nicht extra behandelt oder beobachtet und eine OP ist wohl auch nicht nötig.

Monja
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar! Man sieht nur mit dem Herzen gut!

Annalena

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6

Samstag, 30. August 2008, 13:01

Hallo Ihr Lieben,

danke für Eure Antworten.

Meine Fistel muss leider wegen evtl. weiteren Abszessen auf jeden Fall raus, sollte diese nicht selbst heilen, meinten die Ärzte. Nach jedem Stuhlgang kommt Eiter aus der Fistel und es schmerzt. Muss ich mal ein/zwei Tage nicht, dann fließt nur etwas Sekret ab und Schmerzen habe ich dann auch keine.

Nun hab ich noch bis 09.09. "Galgenfrist", dann wird nochmals geschaut, ob sich der Befund gebessert hat.

Falls es noch weitere Erfahrungsberichte zu solchen transsphinkteren Fisteln gibt, dann her damit :smile: Vor allem würde mich auch interessieren, wie die Behandlung aussah. Im Moment nehme ich noch immer Antibiotika (Tavanic) wegen der Entzündung. Habe schon öfter gelesen, dass man mit Clont wohl gute Erfahrungen erzielen konnte. Werde meinen Arzt mal darauf ansprechen. Ansonsten habe ich noch die Muskel entspannende Salbe, um den Heilungsprozeß der Fissur zu unterstützen.

Faeki83

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7

Freitag, 5. September 2008, 10:55

hallo zusammen, wurde anfang august operiert, da sich eine fistel direkt am schließmuskel gebildet hat.

diese wurde in einer ersten op komplett ausgeräumt. da sich nach der op das umliegende gewebe in der po-backe nicht besserte (es lag eine etwa golfballgroße schmerzhafte verhärtung vor), musste dieses gewebe ebenfalls in einer zweiten op entfernt werden. dabei stellte sich heraus, dass dieses gewebe vollkommen entzündet und vereitert war.

nun habe ich zwei offene wunden, eine direkt am darmausgang am schließmuskel und eine zweite weitaus größere auf der pobacke in pofalten-nähe...

die beiden wunden sind über den fistelgang miteinander verbunden.

eine FADENDRAINAGE lehnte mein behandelnder Arzt ab, da dieses verfahren wohl viel zu unangenehm, langwierig und veraltet ist.

stattdessen wurde ein GUMMIZÜGEL durch den fistelgang gelegt und die wunden somit verbunden...dieses verfahren sei angenehmer und hygienischer.
und ich kann tatsächlich bestätigen, dass es nicht unanagenehm ist. habe kaum schmerzen und die wundbehandlung schreitet gut voran. die entzündig ist mittlerweile völlig verschwunden.

die beiden offenen wunden werden nun täglich 3-4x ausgeduscht (gründlichst!) und danach mit kompressen austamponiert und mit einer speziellen antibakteriellen und antiviralen JodSalbe (Braunovidon) behandelt bzw verbunden.

sobald die wunden ein bestimmtes heilungsstadium erreicht haben, wird in einer dritten op der gummizügel entfernt...in der op wird dann entschieden wie mit dem fistelgang weiter verfahren wird...wahrscheinlich wird der fistelgang dann gespalten o.ä., sodass es zumindest an dieser stelle keine probleme mehr geben sollte.

der chirurg erklärte, dass dabei ein verfahren angewandt werden solle, dass bisher nur an 4 krankenhäusern in deutschland praktiziert wird...

mal sehen wies weiter geht...
wünsche allen leidensgenossen alles gut!!!!

gruß
nico

Ulrich46

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8

Freitag, 5. September 2008, 12:02

Hallo nico

Interessante Sache, die du da schreibst. Gummizügel, davon habe ich wirklich noch nichts gehört. In welchem KH lässt du dich denn operieren ? Müsste dann ja eine von den 4 sein, die dieses Verfahren anwenden. Das würde mich sehr interessieren.

Ich wünsche dir eine weitere gute Heilung und für die nächste OP alles Gute.
Tschüss und :wink: e :wink: e

Faeki83

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9

Dienstag, 9. September 2008, 07:47

Vielen Dank!!!

Das ist die Barbara-Klinik in Hamm (Westfalen). War bis jetzt sehr zufrieden. Behandelnder/ Operierender Arzt war Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Kraemer, um mal den vollen Titel anzugeben ;)

Die OP ist jetzt fast 1,5 Wochen her. Der Heilungsverlauf ist auch ganz gut, aber ständige Wunde ausduschen und neu verbinden/austamponieren ist schon nervig!!!

Aber was ich jetzt wirklich nochmal bestätigen kann: Der Gummizügel ist kaum spürbar, tut überhaupt nicht weh und stört weder bei der Wundversorgung noch beim Stuhlgang.

Was bleibt ist jedoch die noch anstehende Dritte OP, bei der der Fistelgang entgültig lahmgelegt werden soll...evt müssen die dann an den Schließmuskel ran :( Hab da so meine Befürchtungen, dass dieser darunter leiden könnte und am Ende eine Funktionsstörung zurückbleiben könnte....:( Hat da jemand Erfahrung mit?????

Tajo

unregistriert

10

Freitag, 12. September 2008, 11:23

Hallo Zusammen,

Da ich seit geraumer Zeit mit Fisteln im perianalen Bereich (transsphinkter und supralevatorisch) zu kämpfen habe, möchte ich meine Erfahrungen mitteilen.

@ Nico:
Beim Nachweis einer Fistel, die eine Verbindung zum After hat, kann eine sog. Faden-Drainage (Faden oder dünner Silikonkatheter) durch die äußere Fistelöffnung in den After eingebracht werden, wobei diese Drainage außen geknotet wird. Egal ob Silikon oder Bindfaden, man spricht immer von einer Fadendrainage oder einem Seton. Die Fadendrainage hat die Funktion, das nachträglich gebildete z. T. eitrige Sekret abzuleiten. Die Wahl des Materials hängt von den Vorlieben und Erfahrungen des Chirurgen ab. Veraltet ist jedoch die Variante, dass der Faden kontinuierlich immer stärker unter Zug gesetzt wird. So schneidet sich der Faden durch die Fistel und fällt mit der Zeit von alleine ab. Die Prozedur ist aber recht schmerzhaft und wird wie gesagt heute nicht mehr angewendet. Wahrscheinlich sprach dein Arzt von dieser Methode, die er ablehnen würde.
Ich selber habe hatte trotz Drainagen immer wieder Rezidive in Form von Abszessen, insgesamt 6 Operationen.

Welche OP Technik hat man dir vorgeschlagen? Mucosa Flap, Fistula Plug, oder Exzision/Spaltung? Ich nehme an, dass man dir einen Fistula Plug vorgeschlagen hat. Lass dich vor allem über die Erfolgsaussichten der verschiedenen Verfahren aufklären.

@ Annalena:
Konservative Methoden sind:

Die Immunsuppressiva sind in der Fisteltherapie je nach Studie in 20% bis 60% effektiv. Infliximab führt bei rund 55% im Vergleich zu 13% der Placebogruppen zu einem Fistelverschluss. Leider ist der Fistelverschluss meist nicht von langer Dauer, sobald die Therapie beendet wird.

Bei den Antibiotika gibt es am meisten Daten bez. Fisteltherapie zu Metronidazol. Die Heilungsrate wird mit ca. 50% angegeben. Wie bei Remicade auch, führt das Absetzen aber meist zu einem Rückfall.

Als ganz neue Methode gilt die Stammzelletherapie für Fisteln, die eine spanische Forschergruppe entwickelt hat. Dabei werden aus dem eigenen Fettgewebe Stamzellen isoliert, vermehrt und nachdem der Biofilm mechanisch entfernt wurde, in die Fistel gespritzt. Im Moment sind die Spanier daran, Spitäler für eine Multizenterstudie zu suchen. Ich weis, dass in Zürich im Dezember mit dieser Methode begonnen wird.


Ich wünsche allen Fistelgeplagten gute Besserung!

LG

Tajo

Annalena

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11

Freitag, 12. September 2008, 12:29

Hallo Ihr Lieben,

danke für Eure Antworten.

Sooo, ich war ja am Dienstag nochmal zur Untersuchung in der Uniklinik. Leider hat sich der Befund kaum gebessert. Der behandelnde Arzt meinte, wir warten nunmehr noch bis zum 07.10., sollte wiederum keine Besserung eintreten und dieser Therapieversuch also nicht funktionieren, dann müsste nun doch eine schließmuskelschonende OP erfolgen.

Zur OP sagte er im im Vorfeld bereits folgendes:
Der Fistelgang wird von der Pobacke aus herausgeschnitten, am Schließmuskel wird der durch die Fistel durchbohrte Bereich ausgeschält, der Schließmuskel wird dann von innen wieder vernähnt und diese Naht wird zum Schutz mit einem Schleimhautverschiebelappen verschlossen. Die äußere Wunde an der Pobacke wird zur Drainage offen gelassen und muss dann von innen heraus zuheilen.

Natürlich gibt es auch bei dieser OP-Variante Rezidivfälle.

Ich habe den Arzt gefragt, ob die Anlage eines Stomas erforderlich wäre, ich meinte damit natürlich einen vorübergehenden Ausgang während der Heilungsphase. Er sagte daufhin, für die OP sei dies nicht erforderlich, das wäre dann die allerletzte Alternative (ich denke, er meinte damit dann ein endständiges Stoma, sollte man die Fistel auch mit OP nicht in den Griff bekommen). :what: Die Aussage hat mich schon geschockt, hab dann auch gar nicht weiter nachfragen können...an sowas mag ich jetzt gar nicht denken.

Ich denke, dass ich um eine OP nicht mehr herumkomme, da müsste sonst schon in den vier Wochen bis zum 07.10. ein Wunder geschehen. Drückt mir die Daumen, dass die OP gut verläuft und ich die Fistel loswerde.

Allen anderen Fistelleidenden wünsche ich alles, alles Gute.

Tajo

unregistriert

12

Freitag, 12. September 2008, 13:05

Hallo Annalena,

Dein Arzt hat dir also einen Mucosa Flap vorgeschlagen. Mir war diese Methode einfach zu unsicher von den Erfolgsaussichten her. Und bei jemandem mit einer CED liegen die Chancen noch tiefer.

Manchmal wird bei einem Mucosa Flap ein protektives doppelläufiges Stoma zum Schutz des Verschiebelappens angelegt, damit sich der Lappen nicht gleich wieder durch den Stuhl löst. Dieses kann zurückverlegt werden. Es gibt jedoch keine aussagekräftigen Studien,die diese Theorie stützen würden. Der eine Chirurg meint nur mit Stoma, der andere wiederum bevorzugt die Variante ohne.

Wie aktiv ist deine Fistel im Moment?



LG

Tajo

Annalena

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13

Freitag, 12. September 2008, 15:07

Hallo Toja,

hmmm...bis letzte Woche kam nach jedem Stuhlgang Eiter aus der Fistel. Seit Dienstag eitert es nicht mehr, trotz täglichem Stuhlgang. Schmerzen hab ich gerade nicht. Ab und an kommt bissl wässriges Sekret raus, wobei ich mir da nicht sicher bin, ob es sich wirklich um Sekret handelt oder um restl. Wasser vom ausduschen. Aktuell gehts mir also besser, aber das muss nichts heißen...ich hatte immer mal zwei/drei Tage, an denen kein Eiter kam und dann wurde es doch wieder schlimmer.

Ich werde erstmal bis 07.10. abwarten.

Ja, dass es Rezidivfälle auch bei diesem OP-Verfahren gibt, hat mir der Arzt gesagt. Da bei mir keine CED vorliegt, hoffe ich nun gaaanz doll, dass alles gut geht. Die Fistel so belassen geht ja nicht. Um Schädigungen des Schließmuskels durch die Fistel oder der Bildung weiterer Fistelgänge vorzubeugen, muss ich wohl die OP angehen.

Wie geht es bei Dir mit Deiner/n Fistel/n weiter?

Tajo

unregistriert

14

Dienstag, 16. September 2008, 12:59

Hallo Annalena,

Im Moment probiere ich ein Verfahren aus, dass die Aerzte in der Crohnsprechstunde wo ich mich behandeln lasse, entwickelt haben. Allerdings wurden erst 5 Patienten so behandelt.

Sollte es nicht funktionieren, werde ich dann die Prozedur mit Stammzellen angehen.

Ich drück dir ganz fest die Daumen und hoffe, dass du deine Fistel bald los bist. Melde dich doch und berichte, wie es weitergeht.

LG

Tajo

Faeki83

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Donnerstag, 18. September 2008, 18:27

@Tajo:
Ja das kann sein...kenne mich da leider auch nicht so genau aus.

was die OP-technik angeht, habe ich leider keine ahnung, der chirurg hat da noch keine konkrete aussage zu getroffen.
er meinte jedoch, dass evt der schließmuskel angeschnitten werden muss :( was mir ehrlich gesagt tierische angst macht, da ich ja nicht weiß, ob der nachher wieder richtig funktioniert...ebenso hab ich tierische angst vor einem künstlichen ausgang, wenn auch nur für kurze zeit...:( hoffe dass das alles nicht nötig ist!!!!!!!

was sind denn die unterschiede bei den von dir genannten OP-techniken bzw. was wird da überhauupt gemacht?

hoffe du kannst mich beruhigen...:)

habe morgen früh wieder einen termin zur kontrolle, werde da dann mal nachfragen.

das tolle ist ja, dass ich nicht nur die wunde von der fistel-op direkt am schließmuskel habe, sondern auch noch eine weitere größere wunde von der op, in der der aus der fistel hervorgegangene abszess herausoperiert wurde...durch den fistelgang, der diese beiden wunden verbindet, verläuft nun dieser silikon-zügel...rein logisch gesehen müsste der schließmuskel ja tatsächlich bis auf den fistelgang aufgetrennt werden, um den zügel entnehmen zu können!?

wenn das dann nachher auch wieder offen oder vernäht abheilen muss, kommt man um ein stoma dann überhaupt herum??? ich denke, dass wenn der schließmuskel angeschnitten ist, stuhlgang vorerst nicht mehr möglich ist oder?

LG
nico

Tajo

unregistriert

16

Donnerstag, 18. September 2008, 20:47

Hallo Nico,

Ich kann deine Sorgen und Aengste gut nachvollziehen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du absolutes Vertrauen in deine Aerzte hast. Frag ihnen Löcher in den Bauch und wenn du immer noch zweifel hast, hol dir eine zweite Meinung.

Zu den Op Techniken:

Mucosa Flap

Transsphinctere Fisteln werden aus der Umgebung herausgeschählt, bis an die Stelle, wo sie den Schliessmuskel durchstossen. Der Gang im Muskel wird ausgekratzt und der Muskel vernäht. Die Öffnung im Darm wird vom Darm her mit einem Schleimhautlappen verschlossen. Nach Ausschneiden der Fistel von aussen bis an den Schliessmuskel heran wird die innere Öffnung durch eine Naht und Schleimhautverschiebelappen verschlossen. Dieses Verfahren erfordert eine vollständige Darmreinigung vor der Operation und wird in der Regel während eines 3- bis 5-tägigen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt. Die Operation erfolgt in einer Narkose oder einer rückenmarksnahen Anästhesie. Um ein Anheilen des Schleimhautverschiebelappen zu ermöglichen, muss jeglicher Stuhlgang in den ersten drei Tagen nach der Operation vermieden werden. Deshalb erhält man in dieser Zeit nur flüssige Kost.


Fistula Plug

Auch hier wird der Fistelgang ausgekratzt. Bei dieser Methode wird eine Art Stopfen ("Anal Fistula Plug", AFP) in die Fistel eingelegt, welcher diese vollständig verschliesst. Zum Darm hin wird sie mit einer Naht vollständig verschlossen.
Der verwendete Stopfen besteht aus einem speziellen Eiweiss-Gerüst, in welches schnell eigenes Gewebe einwächst, so dass sich die Fistel auf diese Weise verschliesst. Schliesslich ist der ganze Stopfen durch eigenes Gewebe ersetzt und die Fistel ist verheilt.


Vom Mucosa Flap gibt es sicher mehr Daten, da der Plug noch eine relativ junge Methode ist. Ob ein protektives Stoma zusätzlich angelegt werden muss und ob es tatsächlich etwas bringt, lässt sich nicht einfach so voraussagen.

Dein Gummizügel ist verknotet und ohne weiteres zu entfernen, ohne den Schliessmuskel zu schädigen oder gar zu zerschneiden. Der Seton wird mit einer Schere durchgeschnitten und dann gezogen.

Wenn du mit dem Gummizügel gut zurecht kommst, würde ich von einem zu schnellen Eingriff abraten. Solange die Fistel noch Sekret absondert und die Abszesshöhle nicht vollständig abgeheilt sind, ist das Risisko zu gross.

Man würde bei einer OP immer versuchen so wenig Sphinktermuskulatur wie möglich zu spalten, ansonsten droht Inkontinenz.


Hoffe konnte dir weiterhelfen, ansonsten frag ruhig nach.

LG

Tajo

Faeki83

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17

Donnerstag, 18. September 2008, 21:17

vielen dank, das hilft mir echt schon sehr gut, um mal ein bild davon zu bekommen...danke für die ausführliche erklärung :)
habe ja morgen wieder einen termin und werde dann mal fragen, aber so wie sichs anhörte, wird der entschluss über das konkrete verfahren erst kurz vor der op oder bei der op getroffen...mal sehen, bin gespannt.

werde berichten wies weiter geht.

liebe grüße!!!

Faeki83

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18

Freitag, 19. September 2008, 11:50

so...war grad zur kontrolle im KH. sieht alles wohl sehr gut aus, was die heilung angeht.

leider war jedoch mein behandelnder chefarzt nicht da heute. daher musste der oberarzt vertretung leisten.
er konnte mich jedoch bezüglich der stoma-sache beruhigen. das ist in meinem fall wahrscheinlich nicht nötig...alles andere muss ich nächste woche mit dem chefarzt klären...man darf also gespannt bleiben :) :(

Lex

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19

Freitag, 19. September 2008, 16:15

RE: Transsphinktere Fistel, Analfissur...Heilung ohne OP?

Hallo zusammen,

Bisher war ich in diesem Thread der stille Mitleser, aber ich muss jetzt mal was fragen.

Ich hatte auch eine Abszess/Fistel-OP im Juli diesen Jahres. Nun ist noch eine transsphinktäre Fistel vorhanden, die durch den Schließmuskel geht und jetzt durch eine Faden-Drainage offen gehalten wird. Der Faden ist quasi eine Schlinge durch den Fistelgang (der 3 cm vom Darmausgang entfernt ist), der aus dem After rauskommt und in die Abszesshöhle reingeht. Die Fistel hat also Verbindung zum Darm.
Ich hoffe ihr könnt euch das einigermaßen vorstellen.

Nun die Fragen:
Ist es bei euch auch eine "querliegende" Fistel durch den Schließmuskel?
Es kommt immer noch so gelbliches Sekret am Faden entlang aus der Aszesshöhle. Ist das normal?

Ich hab gelesen, dass die Methode den Faden nun immer enger zu machen veraltet ist. Mein Hausarzt hat nun aber schon begonnen diese Methode anzuwenden. was sagt ihr dazu?


schon mal besten Dank für jede Art von Antworten.

Lex
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Tajo

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20

Freitag, 19. September 2008, 16:48

Hi Lex,

Eine meiner Fisteln verläuft genau so wie du es beschrieben hast (transsphinktär). Den Ausfluss von Sekret kenne ich auch, mal ist es eitrig, mal eher Wundflüssigkeit und Blut, aber auch Stuhl ist auf der Einlage zu erkennen.

Hat dein Chirurg, der den Faden eingelegt hat, das so angeordnet mit Zug auf den Faden geben? Warum macht es dein Hausarzt?

Meiner Meinung nach gehört die Behandlung von Fisteln unbedingt in die Hände von absoluten Fachleuten auf dem Gebiet. Die schneidende Methode wird seit Jahren nicht mehr angewendet. Einerseits wegen den Schmerzen, anderseits kann man schlecht kontrollieren, was während des Vorgangs mit dem Schliessmuskel passiert.

An deiner Stelle würde ich unbedingt mal intervenieren und nachfragen. Die Chirurgen die ich bis heute wegen meiner Fisteln konsultiert habe, würden allesamt die schneidende Technik nicht mehr anwenden und Einigkeit unter den Aerzten ist doch eher selten :-).

LG

Tajo